Die kalte Jahreszeit: Für die Kälber herrschen widrige Bedingungen wie kürzere
Tage, frostiger Wind, nasskalte Luft. Damit Ihre Tiere diese Jahreszeit gut überstehen,
hilft es Ihnen nur, Stall und Management auf den Winter abzustimmen.
Wir geben unverzichtbare Tipps.
Frostschutz: Kälber gesund durch den Winter bringen
Zugluft verhindern (Bild 1): Kühe und auch Jungtiere können kalte Luft gut ab, wenn sie entsprechend energetisch gefüttert werden. Was ihnen Probleme bereitet ist Zugluft oder Luft, die auf sie fällt. Mit Curtains, Großballen, Vlies oder Ähnlichem lassen sich offene Stallseiten verschließen. Dabei ist darauf zu achten, dass dadurch keine Zugluft entsteht!
Schadgase vermeiden (Bild 2): Im Winter – und auch im Sommer – gilt es, Schadgase zu vermeiden. Problematisch ist dies vor allem in Ställen mit Tiefstreu. Hier entsteht schnell eine Art Ammoniakpool, in dem sich die Gase sammeln, und in dem die Tiere dann liegen. Verhindert werden kann dies durch regelmäßiges ausmisten, einstreuen und zugfreie Frischluftzufuhr.
Gut einstreuen (Bild 3): Ordentlich eingestreut müssen vor allem die Kälberställe sein. Ist dies nicht der Fall, kühlen die Jungtiere aus und verbrauchen erheblich mehr Energie für ihren Erhalt. Dadurch bleibt nichts mehr fürs Wachstum übrig und die Tiere erkranken schneller.
Warm einpacken (Bild 4): Ein neugeborenes Kalb verbraucht bei 15,5 °C keine Energie, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Mit zunehmendem Alter sinkt der Wert. Wird diese thermoneutrale Zone unterschritten, heißt es, den Energiegehalt der Tränke zu erhöhen oder die Tiere zu wärmen. Eine Möglichkeit bietet die Kälberdecke, die dem Tier angezogen wird. Wichtig dabei: Die Decke darf nicht feucht sein und muss gewaschen werden, bevor sie einem anderen Kalb angezogen wird.
Tränke warm zum Kalb (Bild 5): Die Tränketemperatur von Milchaustauschern sollte 40 bis 42 °C betragen. Das heißt, bei weiteren Transportwegen muss die Anmischtemperatur höher sein (bis 65 °C).
Licht an (Bild 6): Längere Hellphasen verbessern unter anderem das Euter und beschleunigen das Wachstum von Färsen. Eine lange Hellphase bedeutet etwa 16 Stunden Licht und 8 Stunden Dunkelheit am Tag. Gerade im Winter ist dies nur durch Beleuchtung möglich, wobei die Lichtintensität in einer Höhe von 1 m über dem Boden 150 bis 200 Lux betragen sollte.
Leitungen eisfrei halten (Bild 7) : Der letzte Winter hat eines mal wieder richtig deutlich gemacht: Es gibt nichts Lästigeres als eingefrorene Wasserleitungen. Deshalb sollte man erstens die Leitungen gut isolieren und zweitens gegebenenfalls auf frostsichere, beheizbare Tränken setzen!
Warmes Wasser (Bild 8): Wenn Wasser richtig kalt ist, wird es von Rindern nicht gerne aufgenommen. Empfohlen werden Wassertemperaturen von 5 bis 15 °C.
Im Melkstand nicht erfrieren (Bild 9): Wenn es richtig kalt wird, kann es in manchen Melkständen auch für den Melkenden ungemütlich werden. Um die Hände warm zu halten, hilft ein Handwärmer (Gelkissen) in der Tasche oder Stoffhandschuhe unter den Gummihandschuhen. Gegen kalte Füße helfen Einlagen in den Stiefeln. Dicke Socken und darüber Plastiktüten anzuziehen, wärmt ebenfalls. Inzwischen gibt es auch so genannte Wärmepads, die einmal benutzt werden können und die Füße für mehrere Stunden wärmen. Für Wintersportler gibt es übrigens auch Schuhheizungen. Ein Set besteht aus zwei zuschneidbaren, heizfertigen Schuheinlagen, zwei aufladbaren Akku-Packs mit integriertem 4-stufigem Wärmeregler. Die Leitungen im Melkstand können zum Beispiel mit einem Heizlüfter mit Zeitschaltuhr frostfrei gemacht werden.
Boden abschieben (Bild 10): Schieberanlagen können einfrieren. Um dies zu verhindern, sollten sie im Winter bei niedrigen Temperaturen häufiger laufen als bei wärmerem Wetter. Damit der Boden im Stall nicht vereist, hilft eigentlich nur das Streuen von Salz. Allerdings kann es auch nützlich sein, Strohmehl oder Sägespäne zu streuen. Dadurch wird das Gehen für die Kühe einfacher. In Übergängen auf dem Hof ist auch das Streuen von Sand hilfreich.